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Ratgeber

Betrug beim Immobilienverkauf im Ausland – so erkennst du ihn

Ein privates Inserat zieht Käufer an – und manchmal Betrüger. Das sind die Maschen, die in ganz Europa wiederkehren, wie du sie erkennst und was du tust, wenn es dich trifft.

  • 5 Min. Lesezeit
  • 8 offizielle Quellen
Blaue Holztür in einer weißen Mauer mit Kieselweg, Terrakottatopf und Kletterpflanze

Wenn du privat verkaufst, sind dein Inserat, deine Telefonnummer und oft auch deine E-Mail-Adresse öffentlich. Die meisten, die sich melden, sind echte Käufer. Einige nicht: Sie wollen dein Geld, deine Unterlagen oder deine Zugangsdaten. Die folgenden Maschen gibt es in jedem Land und auf jedem Portal, und wenn du sie kennst, erkennst du sie leicht.

1. Vorschussbetrug

Jemand stellt sich als Käufer, Investor oder Makler mit einem Kunden vor. Er ist begeistert, oft ohne die Immobilie gesehen zu haben, und akzeptiert schnell deinen Preis. Dann kommt der Haken: Bevor der Kauf weitergehen kann, sollst du etwas bezahlen. Eine Registrierungsgebühr, eine Übersetzung, ein „Zertifikat“, ein Gutachten, einen Vorschuss für einen Anwalt oder eine Steuer, die angeblich bezahlt werden muss, bevor das Geld freigegeben wird. Sobald du zahlst, taucht ein neuer Posten auf – bis du nicht mehr zahlst und der Käufer verschwindet.

Die Regel: Ein echter Käufer verlangt nie, dass du zuerst zahlst, um sein Geld zu bekommen.

2. Falsche Käufer, die „zu viel“ zahlen

Der „Käufer“ überweist eine Anzahlung oder schickt einen Überweisungsbeleg über mehr als vereinbart – aus Versehen, sagt er. Er bittet dich, die Differenz schnell zurückzuüberweisen, oft auf ein anderes Konto oder über einen Geldtransferdienst. Später wird die ursprüngliche Zahlung zurückgebucht, erweist sich als betrügerisch oder hat nie stattgefunden, und das zurückgeschickte Geld ist weg.

Ein Screenshot oder PDF einer „Zahlungsbestätigung“ beweist nichts. Es zählt nur Geld, das wirklich auf deinem eigenen Konto eingegangen ist, und selbst dann überweist du nie Geld auf ein anderes Konto weiter. Eine Anzahlung gehört in eine schriftliche Vereinbarung, auf dem Weg, den der Notar oder dein Anwalt bestätigt.

3. Falsche Treuhanddienste und Notar-Websites

Der Käufer schlägt vor, über einen Treuhanddienst (Escrow), eine Bank oder ein „Notariat“ zu zahlen, das du nicht kennst, oft in einem anderen Land und mit einer professionell wirkenden Website. Diese Seite fragt dann nach deinen persönlichen Daten, deinen Bankdaten oder einer Gebühr, oder sie schickt dir eine gefälschte Bestätigung, dass das Geld bereitliegt.

In den Ländern, in denen wir tätig sind, wird die Übertragung vor einem Notar oder einer anderen amtlich befugten Fachperson unterzeichnet, die du selbst überprüfen kannst. Such den Notar selbst heraus, über die nationale Notarorganisation oder das amtliche Register des Landes, und kontaktiere das Büro mit Angaben, die du selbst gefunden hast – nie über einen Link, eine Telefonnummer oder eine E-Mail-Adresse vom Käufer. Für Spanien zeigt unser Ratgeber zu Notar und Verkaufsablauf, wie es normalerweise läuft.

4. Phishing über die Portale

Du bekommst eine Nachricht oder E-Mail, die scheinbar von dem Portal stammt, auf dem deine Immobilie inseriert ist. Dein Inserat werde gelöscht, eine Zahlung sei fehlgeschlagen oder ein Käufer warte auf Antwort: Klick hier, um dich anzumelden oder dein Konto zu „verifizieren“. Der Link führt zu einer Kopie der Anmeldeseite des Portals. Mit deinem Passwort können Betrüger dein Konto übernehmen, dein Inserat ändern oder in deinem Namen Käufer anschreiben.

Melde dich nie über einen Link aus einer Nachricht an. Tipp die Adresse des Portals selbst ein oder nutze die App, gib nie Passwörter oder per SMS erhaltene Codes weiter und aktiviere die Zwei-Faktor-Anmeldung, wenn das Portal sie anbietet. Führe die Gespräche mit Käufern so lange wie möglich über das Nachrichtensystem des Portals.

5. Falsche Makler

Jemand ruft an oder schreibt als Makler: Er habe einen Käufer an der Hand oder könne deine Immobilie schnell an Käufer im Ausland verkaufen, wenn du vorher für Marketing, ein Gutachten, ein „Premium“-Inserat oder eine Registrierung zahlst. Manchmal benutzt er den Namen und das Logo eines Büros, das es wirklich gibt.

Prüfe, mit wem du es zu tun hast. Such die Firma selbst heraus, ruf das Büro unter einer Nummer von dessen eigener Website oder aus einem amtlichen Register an und verlange eine schriftliche Vereinbarung, bevor etwas bezahlt wird. Sei vorsichtig bei jemandem, der nur über eine Messenger-App oder eine kostenlose E-Mail-Adresse kommunizieren will.

6. Identitätsbetrug mit deinen Unterlagen

Schon früh will der „Käufer“ Kopien deines Reisepasses, deines Eigentumsnachweises, einen Grundbuchauszug und deine Bankdaten – „für die Unterlagen“ oder „für die Bank“. Mit diesen Dokumenten können Betrüger Konten eröffnen, Kredite beantragen oder sich sogar als Eigentümer deiner Immobilie ausgeben.

Gib Unterlagen erst weiter, wenn es einen echten, bekannten Käufer gibt und ein Notar beteiligt ist, und schick sie am besten direkt an den Notar. Musst du doch eine Ausweiskopie verschicken, schreib darauf, für wen sie ist, wofür und das Datum.

Warnsignale auf einen Blick

  • Jemand will kaufen, ohne die Immobilie zu sehen oder etwas darüber zu fragen.
  • Dein Preis wird sofort akzeptiert, oder es wird mehr geboten, als du verlangst.
  • Du sollst etwas bezahlen, bevor du Geld bekommst.
  • Es wird ein Treuhanddienst, eine Bank oder ein Notar vorgeschlagen, den du nicht kennst, oder ein Link dorthin geschickt.
  • Es gibt Zeitdruck: Es muss heute passieren, sonst ist das Angebot weg.
  • Jemand will sofort weg vom Portal, hin zu einer Messenger-App oder einer privaten E-Mail-Adresse.
  • Früh werden Kopien von Ausweisen, Urkunden oder Bankdaten verlangt.
  • Die Geschichte ändert sich ständig: ein anderer Zahler, ein anderes Konto, ein anderes Land.

Was tun, wenn es dich trifft?

  1. Brich den Kontakt ab. Zahl nichts mehr und schick keine weiteren Unterlagen oder Codes.
  2. Bewahre alles auf: Nachrichten, E-Mails, das Inserat, Telefonnummern, Kontonummern, Screenshots von Websites und Zahlungsbelege.
  3. Geld gezahlt oder Bankdaten weitergegeben? Ruf sofort deine Bank an. Je früher sie Bescheid weiß, desto mehr kann sie vielleicht tun.
  4. Passwort auf einer gefälschten Seite eingegeben? Ändere es sofort, auch auf anderen Seiten mit demselben Passwort, und informiere das Portal.
  5. Melde das Inserat oder Profil dem Portal, damit andere Verkäufer geschützt sind.
  6. Erstatte Anzeige bei der Polizei, auch wenn du Ausweiskopien verschickt hast, und frag, was du sonst noch tun musst. Dein Wohnland und das Land der Immobilie können verschieden sein: Die Meldestellen unten zeigen dir, wo du anfängst.

Wo du es meldest, nach Land

Das sind offizielle Meldestellen. Im Notfall wählst du überall in der EU die 112.

  • Niederlande: Die Polizei nimmt Anzeigen wegen Internetbetrugs auf (politie.nl oder Tel. 0900-8844). Der Fraudehelpdesk ist die erste Anlaufstelle bei Betrug, online oder unter 088-7867372.
  • Spanien: Du kannst bei der Policía Nacional online eine Anzeige beginnen, auf denuncias.policia.es; danach unterschreibst du sie innerhalb von 72 Stunden auf einer Polizeiwache, sonst ist sie rechtlich nicht gültig. Die kostenlose, vertrauliche Hotline für Cybersicherheit von INCIBE ist die 017.
  • Portugal: Das Portal Queixa Eletrónica leitet Anzeigen an die PSP und die GNR weiter, und Betrug (burla) gehört zu den Delikten, die du dort melden kannst.
  • Italien: Die Polizia Postale nimmt Meldungen (segnalazioni) online an, auf commissariatodips.it. Eine förmliche Anzeige (denuncia) kannst du über dieses Formular nicht erstatten.
  • Frankreich: Melde Betrug im Internet bei Pharos, der Plattform der nationalen Polizei; eine Meldung dort ist ein Hinweis, keine förmliche Anzeige. Cybermalveillance.gouv.fr hilft Betroffenen mit Rat und nächsten Schritten.

Du bereitest dein Inserat vor? Unsere Checkliste für den Hausverkauf im Ausland führt dich durch alle Schritte, von den Unterlagen bis zum Notar.

Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Meldeverfahren können sich ändern; prüfe immer die offizielle Website der Polizei oder Behörde in deinem Land.

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Immobilie mit Fotos inserieren

Schick uns deine Fotos und ein paar Angaben. Wir helfen dir, deine Immobilie clever auf den Immobilienportalen zu inserieren, etwa idealista, fotocasa, Imovirtual, Immobiliare.it und PAP, und begleiten dich durch Notartermin und Unterlagen.

  • Auf den PortalenText, Fotos und Angaben bereit für idealista, fotocasa, Imovirtual, Immobiliare.it und PAP.
  • Notar und UnterlagenWas du in jedem Land brauchst und wer bis zur Übertragung was regelt.
  • Kostenlose ToolsVerkaufsbereit-Check, Unterlagenliste, Inseratstext und Planer.

Sicher verkaufen, mit Unterstützung

Erzähl uns von deiner Immobilie. Wir helfen dir, sie auf den Portalen zu inserieren, und begleiten dich bei Notar und Unterlagen.

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Quellen

Geprüft am 1. Oktober 2026.

  1. Politie (Niederlande) — Internetbetrugpolitie.nl
  2. Fraudehelpdeskfraudehelpdesk.nl
  3. Policía Nacional — Online-Anzeigestelledenuncias.policia.es
  4. INCIBE — Hotline für Cybersicherheit 017incibe.es
  5. Queixa Eletrónica — Anzeigen an PSP und GNRqueixaselectronicas.mai.gov.pt
  6. Polizia Postale — online meldencommissariatodips.it
  7. Pharos — illegale Inhalte im Internet meldeninternet-signalement.gouv.fr
  8. Cybermalveillance.gouv.fr — Hilfe für Betroffenecybermalveillance.gouv.fr